Bier – „Das rat ich dir“

Bier ist eines der ältesten und vielfältigsten Getränke der Welt. Ob hopfenbetonte IPAs, fruchtige Weizenbiere oder malzreiche Dunkle — jede Sorte bringt eigene Aromen, Kohlensäurestrukturen und Schaumqualitäten mit. 

HTS-Serviceprofi Johann Halmschlager gibt Bierprofis und Einsteiger spannende Tipps:

 

Das richtige Glas

Damit sich die oben genannten Eigenschaften optimal entfalten, spielt das richtige Glas eine zentrale Rolle. Ein Glas ist mehr als ein Behälter: Es lenkt die Nase, beeinflusst die Schaumstabilität und steuert die Trinktemperatur.

Weizenbiergläser sind hoch und bauchig, damit sich die üppige Schaumkrone bildet und die fruchtigen Ester zur Geltung kommen. Schlanke Pils‑ oder Stangen‑Gläser unterstützen die feine Perlage und betonen Hopfenaromen und Frische. Tulpen‑ oder Pokalgläser bündeln die Aromen kräftigerer Biere wie Bock oder belgischen Ales und erlauben ein kontrolliertes Einschenken. Krüge und Maßgläser hingegen eignen sich für gesellige Runden und halten das Bier länger kühl.

 

Praktische Tipps aus dem Unterricht

Die Gläser können vor dem Einschenken kurz mit kaltem Wasser ausgespült werden, niemals dürfen aber Spülmittelreste im Glas gelassen werden, denn sie zerstören die Schaumkrone. Beim Einschenken zuerst schräg ansetzen, dann geradestellen, um zu viel Schaum zu vermeiden. Bei hefetrüben Bieren soll man bewusst mehr Schaum zulassen, denn er trägt Aroma und Mundgefühl.

Wer Bier mit dem passenden Glas serviert, zeigt Wertschätzung für das Produkt und schenkt Gästen ein intensiveres Geschmackserlebnis. Die Trinktemperatur muss man an die Biersorte anpassen: leichte Lager kalt, komplexe Ales etwas wärmer. In diesem Zusammenhang gibt es einen berühmten Merksatz zu den Biertemperaturen:  „Ist das Bier zu kalt, bleibt’s stumm – ist es zu warm, schäumt’s rum.“

 

INFOBOX

- Zu kalt = wenig Aroma  

- Zu warm = zu viel Schaum  

- Richtwerte:  

  - Pils: 6–8 °C  

  - Märzen/Lager: 7–9 °C  

  - Weizen: 8–10 °C  

  - Craft Ales: 10–12 °C

Der Profi

Johann Halmschlager, geboren 1980, wuchs in einer Gastronomiefamilie auf und entwickelte schon früh eine Leidenschaft für Servicekultur, Getränke und Gastfreundschaft. Heute unterrichtet er an der Höheren Tourismusschule die Fächer Servierkunde und Getränkekunde.

Durch seine beruflichen Stationen in der gehobenen Gastronomie, seine Erfahrung im Eventbereich und seine langjährige Tätigkeit in der Ausbildung verbindet er Praxiswissen mit didaktischer Klarheit.

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