Wie ging es für dich nach der TMS beruflich weiter?

Es ging für mich als erstes nach Salzburg ins Schlosshotel Mönchstein wo ich bereits 2 meiner Schulpraktika absolviert hatte.

Danach zog es mich auch schon in die weite Welt. Ich arbeitetet 2015 im Grandhotel auf Mackinac Island in Michigan, US. Danach folgte eine Wintersaison im Alpin SPA Tuxerhof im Zillertal. Darauf ging es für ein Jahr nach Neuseeland wo ich als Chef Gardemanger im Langham Hotel Auckland arbeitete. Es folgte darauf eine längere Zeit „Zu Hause“ wo ich in der Gastwirtschaft Floh in Langenlebarn als Chef Patissier arbeitete.

Danach ging es für mich das zweite Mal nach Neuseeland für insgesamt 1 ½ Jahre wo ich als Souschef im Cordis Hotel Auckland als Chef der Banquett-Abteilung zuständig für die Abwicklung von bis zu 1.500 Mahlzeiten am Tag zuständig war.

Dann kam leider Covid-19 und ich verließ Neuseeland im Juni 2020 um näher bei meiner Familie zu sein. Im Moment arbeite ich als Souschef im Hotel Landgasthof Kemmeriboden – Bad im Berner Oberland in der Schweiz.

Was macht dein Unternehmen?

Mein Unternehmen ist ein Familienbetrieb geführt in sechster Generation. Es wird großer Wert auf die Umwelt und regionale Produkte gelegt. Highlights hier ist sicherlich unsere Iglulandschaft im Winter, welche ein 80 Sitzplätze-Restaurant für Käsefondue und mehrere Romantik-Schlafiglus beherbergt. Auch wird bei uns ein großer Wert auf die Ausbildung neuer Talente gelegt, so hat das Hotel insgesamt 13 Lehrlinge welche in 5 Berufen ausgebildet werden.

Wie siehst du die Zukunft?

Ich denke, dass wir in der Gastronomie und Hotellerie im Moment vor allem durch Covid 19 auf sehr ungewissen Pfaden unterwegs sind. Prinzipiell sehe ich eine große Chance für die Branche sich neu zu positionieren. Weg von Masse zu mehr Qualität und Nachhaltigkeit. Man hat in der Zeit vor allem des Lockdowns gesehen, wie immens so eine radikale Veränderung der sozialen Strukturen die Kreativität und den Einfallsreichtum fördert. Betriebe kamen mit neuen Konzepten an den Start, sei es jetzt Lieferservice, Abholung, Zusendung oder Comunity-Work. Diese Konzepte haben sich meist als sehr erfolgreich erwiesen und wären bei normalem Betrieb nie in Betracht gezogen worden.

Wo gibt es Grund zur Sorge?

Ein großes Problem ist halt der Nachwuchs. Wir leiden seit Jahren weltweit unter einem eklatanten Fachkräfte-Mangel. Die Gründe dafür sind bekannt und mannigfaltig: Schlechte Bezahlung bei sozial unfreundlichen Arbeitszeiten sowie ein grundsätzlich schlechter Ruf der Branche.

Leider ist die Branche hier in einem Teufelskreis gefangen den sie nicht nur selbst verschuldet hat. Ich muss leider auch den Gästen hier Mitschuld geben. Vor allem in Österreich ist meiner Meinung nach den Menschen nicht klar, was für Kosten, Aufwand und Arbeit hinter einem Gastronomiebetrieb stecken. Hier wird nur das obligatorische Schnitzel um nicht mehr als 10 Euro verlangt.

Was hast du für Pläne?

Ich möchte meinen Job gerne noch weiter machen. Mein persönliches Ziel ist es, bis 30 in der Position eines Küchenchefs zu arbeiten. Ich denke nicht das ich den „Job am Herd“ mein Leben lang machen werde. Jedoch sicher der Branche in einer anderen Form erhalten bleibe.

Hast du besondere Erinnerungen an die Schule?

Ich denke die Erinnerungen sind unzählig. Gerne denke ich and die fachspezifischen Unterrichtsfächer sowie die Zusatzausbildungen zurück. Hier wurde definitiv der Grundstein für meinen Weg gelegt. Auch die zahlreichen Ausflüge und Exkursionen waren immer sehr interessant und fördernd.

Gibt es G’schichtln?

Unzählige, aber ich denke das der Großteil davon sicher besser in meinen Erinnerungen aufgehoben ist. Ich denke, dass wir eine sehr gute Klassengemeinschaft hatten und dadurch auch viel Miteinander abseits der Schule unternommen haben. Legendär war sicher unsere Glühweinparty im Winter 2012. Ich möchte nicht wissen was unsere Lehrer am Tag danach von uns dachten…

Was hat dir die Schule Hilfreiches mitgegeben?

Die TMS ist eine sehr spezielle Schule. Durch die kleine Größe der Schule ist sie sehr familiär. Der Kontakt zwischen Lehrern und Schülern und auch Schülern untereinander ist definitiv anders. Man kennt sich, was ein großer Vorteil ist.

Auch ein ganz wichtiger Faktor ist, dass wir durch die Pflichtpraktika einen sehr guten Einblick in das Berufsleben bekommen haben. Man wird selbständig und sehr offen. Ich habe dadurch in sehr jungen Jahren sehr viel über den Umgang mit Menschen, Gästen und Kollegen gelernt.

Was würdest du Schulinteressenten raten?

Ich würde Schulinteresssenten sehr ans Herz legen einen Schnuppertag zu machen. Es ist ein Unterschied ob man alles aus der Zuschauerperspektive sieht oder man selbst mal im Unterricht sitzt, ein Tablett trägt oder in einer Pfanne umrührt. Die Schule bietet eine breite Basis für viele Möglichkeiten danach.

 

Fotocredit: Daxelmüller